Recruiting kostet Unternehmen nicht nur Zeit, sondern auch Geld – und das oft mehr, als zunächst angenommen. In diesem Artikel erhalten Arbeitgeber einen detaillierten Überblick über die wichtigsten Kennzahlen, Kostenfaktoren und Maßnahmen im Recruiting, inklusive einer fundierten Analyse von Cost per Hire, Time to Hire und Social Recruiting.
Recruiting-Kosten umfassen sämtliche Investitionen, die im Rahmen des Rekrutierungsprozesses anfallen, um offene Stellen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Dabei handelt es sich nicht nur um offensichtliche Posten wie die Schaltung von Stellenanzeigen oder die Beauftragung eines Headhunters, sondern auch um versteckte Kosten, die oft unterschätzt werden.
Zu den häufigsten Kostenfaktoren im Recruiting zählen:
📌 Online Stellenanzeigen und Jobbörsen
Kosten für die Veröffentlichung von Anzeigen auf Online-Plattformen wie StepStone oder Indeed. Diese variieren je nach Reichweite, Dauer und Sichtbarkeit der Anzeige.
📌 Interne Ressourcen und Personalaufwand
Die HR-Abteilung investiert Zeit und Arbeitskraft in das Screening von Bewerbungen, die Durchführung von Interviews und die Kommunikation mit Bewerbern. Auch hier entstehen signifikante Kosten.
📌 Social Recruiting und Agenturen
Maßnahmen im Bereich Social Media Recruiting, beispielsweise über LinkedIn oder Instagram, sowie die Zusammenarbeit mit einer Social Recruiting Agentur, verursachen zusätzliche Ausgaben – bieten aber oft eine hohe Qualität der Bewerbungen.
Neben der Time to Hire spielen auch die Time to Productivity und die Qualität der Neueinstellung (Quality of Hire) eine Rolle bei der Bewertung der Gesamtkosten.
Langfristige Investitionen in das Arbeitgeberimage sorgen für mehr Bewerbungen und geringere Time to Fill, erfordern aber ebenfalls ein bestimmtes Budget.
Die Gesamtheit dieser Faktoren ergibt die sogenannten Recruitingkosten. Eine klare Definition und regelmäßige Analyse dieser Kosten ist entscheidend, um die Effizienz der Recruiting Strategie zu verbessern und das Budget gezielt einzusetzen. Unternehmen, die ihre Recruiting Maßnahmen datenbasiert optimieren, können sowohl Zeit als auch Geld sparen und dem Fachkräftemangel wirksam begegnen.
Kennzahlen für die Analyse von Recruiting-Kosten
Um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Rekrutierungsprozesses messbar zu machen, sind bestimmte Kennzahlen (KPIs) im Recruiting besonders wichtig. Sie ermöglichen der HR-Abteilung eine fundierte Analyse und helfen dabei, den Überblick über den tatsächlichen Aufwand und die Höhe der Investitionen zu behalten.
Hier sind die wichtigsten Recruiting-Kennzahlen im Überblick:
Cost per Hire (CPH) Diese Kennzahl zeigt auf, wie viel Geld im Durchschnitt für eine Neueinstellung ausgegeben wird. In die Berechnung fließen interne sowie externe Kosten ein – etwa Ausgaben für Stellenanzeigen, Social Recruiting Maßnahmen oder die Beauftragung externer Recruiter.
Time to Hire Die Time to Hire misst die Zeitspanne vom ersten Kontakt mit einem Kandidaten bis zur finalen Einstellung. Eine lange Time to Hire kann auf ineffiziente Prozesse hinweisen und erhöht indirekt die Recruitingkosten.
Time to Fill Diese Kennzahl gibt an, wie viele Tage durchschnittlich vergehen, bis eine offene Stelle besetzt wird – gerechnet ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung. Eine hohe Time to Fill kann auf Schwierigkeiten im Arbeitsmarkt oder auf ungeeignete Recruiting Kanäle hindeuten.
Quality of Hire Die Qualität der Neueinstellungen ist entscheidend für den langfristigen Unternehmenserfolg. Sie lässt sich unter anderem an der Leistungsfähigkeit, dem kulturellen Fit und der Mitarbeiterbindung messen.
Bewerbungen pro Stelle Diese Kennzahl zeigt, wie viele Bewerber sich durchschnittlich auf eine Stelle melden. Sie hilft, den Erfolg einzelner Recruitingmaßnahmen wie Social Media Kampagnen oder E-Recruiting-Kanäle zu bewerten.
Cost per Click (CPC) Gerade bei Online-Stellenanzeigen oder Social Media Kampagnen spielt der CPC eine Rolle. Er gibt an, wie viel ein Klick auf eine Anzeige kostet – eine wichtige Kennzahl zur Budgetkontrolle im digitalen Recruiting.
Diese Kennzahlen ermöglichen es Unternehmen, Recruitingmaßnahmen gezielt zu analysieren, Schwachstellen im Prozess zu identifizieren und die eigenen Recruitingkosten langfristig zu senken. Ein datengetriebener Ansatz sorgt dabei für bessere Entscheidungen in der Personalbeschaffung.
Durchschnittliche Recruiting-Kosten nach Kanal und Position
Recruiting ist ein komplexer Prozess, der viele unterschiedliche Aufgaben und Maßnahmen umfasst – entsprechend vielfältig sind auch die Kostenstellen. Um den Überblick über das Recruiting-Budget zu behalten und gezielt Einsparpotenziale zu identifizieren, sollten Arbeitgeber die folgenden vier Hauptkostenbereiche kennen:
Interne Kosten 🧑💼
Diese Kosten entstehen innerhalb des Unternehmens und betreffen vor allem den personellen und zeitlichen Aufwand der HR-Abteilung:
Bedeutung: Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Recruitingkosten, sondern wirken sich langfristig auch auf die Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur aus.
Durch die detaillierte Betrachtung dieser vier Kostenstellen erhalten Arbeitgeber eine realistische Einschätzung der tatsächlichen Einstellungskosten und können gezielte Maßnahmen zur Optimierung ergreifen.
Time-to-Hire und Time-to-Productivity
Effizientes Recruiting bedeutet nicht nur, die richtigen Kandidaten zu finden, sondern sie auch schnell und wirkungsvoll ins Unternehmen zu integrieren. Zwei entscheidende Kennzahlen in diesem Zusammenhang sind Time-to-Hire und Time-to-Productivity. Sie geben Aufschluss über die Geschwindigkeit und Effizienz des gesamten Rekrutierungsprozesses – vom ersten Kontakt bis zur vollen Leistungsfähigkeit neuer Mitarbeiter.
Time-to-Hire: Die Dauer bis zur Einstellung 📅
Die Time-to-Hire misst den Zeitraum zwischen dem Erstkontakt mit einem Bewerber und der Vertragsunterzeichnung. Eine zu lange Time-to-Hire kann dazu führen, dass qualifizierte Kandidaten abspringen oder durch Wettbewerber eingestellt werden. Sie erhöht zudem die internen Kosten im Recruiting-Prozess.
Faktoren, die die Time-to-Hire beeinflussen:
Komplexität der offenen Stellen
Anzahl der Bewerbungsschritte
Abstimmungen mit Fachabteilungen
Reaktionsgeschwindigkeit der HR-Abteilung
Qualität der Recruiting Kanäle
Tipp: Automatisierte Prozesse im E-Recruiting oder ein strukturierter Talent Pool können helfen, die Time-to-Hire signifikant zu verkürzen.
Time-to-Productivity: Der Weg zur vollen Leistung 🚀
Die Time-to-Productivity (auch „Time-to-Performance“) beschreibt die Zeit, die ein neuer Mitarbeiter benötigt, um produktiv zu arbeiten und einen echten Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Diese Kennzahl ist besonders relevant, um die Qualität der Einstellung (Quality of Hire) zu bewerten und den langfristigen Erfolg von Recruitingmaßnahmen zu messen.
Typische Einflussfaktoren:
Qualität des Onboardings
Passgenauigkeit der Neueinstellung
Verfügbarkeit von Schulungen und Ressourcen
Einbindung in das Team und die Unternehmenskultur
Beispiel: Eine durchdachte Onboarding-Kampagne und klare Aufgabenverteilung können die Time-to-Productivity deutlich senken und somit auch die indirekten Recruitingkosten verringern.
Sowohl die Time-to-Hire als auch die Time-to-Productivity sind zentrale Kennzahlen zur Bewertung des Recruitingerfolgs. Unternehmen, die diese Metriken kontinuierlich analysieren und optimieren, können nicht nur Geld sparen, sondern auch schneller auf Herausforderungen wie den Fachkräftemangel reagieren und ihre offenen Stellen effizienter besetzen.
Fazit
Recruiting-Kosten sind ein entscheidender Faktor für die strategische Personalbeschaffung und sollten von Unternehmen nicht unterschätzt werden. Wer sich einen umfassenden Überblick über alle Kostenstellen verschafft – von internen Prozessen über Mediakosten bis hin zu versteckten Ausgaben – kann gezielter planen, Budgets effizient einsetzen und den Rekrutierungsprozess optimieren.
Wichtige Kennzahlen wie Cost per Hire, Time to Hire und Quality of Hire helfen dabei, die Recruitingstrategie messbar zu machen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten. Durch den gezielten Einsatz von Social Recruiting, Employer Branding und datengetriebenen Analysen lassen sich nicht nur die Einstellungskosten senken, sondern auch die Qualität der Neueinstellungen erhöhen.
In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt ist es für Arbeitgeber unerlässlich, ihre Recruitingmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen, anzupassen und mit einem klaren Blick auf Aufwand und Investitionen zu steuern.
Häufig gestellte Fragen
Die Cost per Hire (CPH) ergibt sich aus der Summe aller internen und externen Recruitingkosten, geteilt durch die Anzahl der Neueinstellungen in einem bestimmten Zeitraum. Dazu zählen z. B. Ausgaben für Stellenanzeigen, Recruiting-Software, Personalaufwand und Agenturleistungen.
Die Höhe der Recruiting-Kosten variiert je nach Branche, Position und gewählten Kanälen. Im Durchschnitt liegen sie bei 4.000–6.000 € pro Neueinstellung.
Das hängt stark von der Zielgruppe und der Art der offenen Stellen ab. Online Jobbörsen, Social Media Recruiting und der firmeneigene Karrierebereich auf der Website gehören zu den gängigsten Kanälen. Eine laufende Analyse der Bewerbungen pro Kanal hilft, die effizientesten Kanäle zu identifizieren.
Eine schlanke Bewerberkommunikation, automatisierte Prozesse im E-Recruiting und eine enge Abstimmung zwischen HR und Fachabteilungen helfen, die Time to Hire zu reduzieren. Auch vorab definierte Anforderungsprofile und strukturierte Interviews beschleunigen den Prozess.
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